Beiträge von Lucius Malfoy

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Rückblick
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    Ich hatte mein Gefängnis gesprengt, in das mich diese Macht gesperrt hatte, und plötzlich fand ich mich Severus' Augen gegenüber. Augen, die mich so voller Sorge und Angst vor meiner Reaktion anblickten. Das Erste, was aus mir herausbrach, war dieser eine Satz, der alles zwischen uns wiedergutmachte. Ich sah es in Severus' Augen, wie ihm eine tonnenschwere Last von der Seele fiel. Ein einziger Satz von mir, der Jahre der Sorge einfach hinfortwischte...

    Ob es mir gut ging? Ja, jetzt schon. Jetzt, da ich weiß, dass du mich nie allein gelassen hast, geht es mir so gut wie seit damals nicht. Als wäre irgendetwas wieder ins Lot gekommen, ein Fehler behoben und geradegerückt. Ich konnte es nicht erklären. Ich nickte nur stumm. So vieles, was ich Severus sagen wollte, so unendlich viel...


    ...Als das Zischen und Blitzen um mich herum mir in Erinnerung rief, dass der Kampf noch wild am Toben war. Es toste um uns wie im Auge eines Orkans. Ein Spektakel aus Schwarz und Weiß, aus Licht und Schatten. Es war atemberaubend. Und diejenige, von der all das ausging, war .... Trelawney!? Bist das wirklich noch du?

    Ihr Anblick verschlug mir den Atem. Die eine Seite schwarz, die andere weiß, ein Zerrbild ihrer Selbst, flossen Myriaden schwarzer und weißer Fäden reiner ungezähmter Energie aus ihren Händen, die dieses ganze Grab, inklusive uns allen in Stücke reißen könnten. Ich konnte mich nicht rühren, war wie erstarrt angesichts dieser unwahrscheinlichen Macht, die wie ein Gewitter um uns toste. Nur der Schutzkugel um uns herum war es zu verdanken, dass Severus und ich nicht in der Luft zerrissen wurden.

    Erst auf den zweiten Blick merkte ich, dass meine Starre auch daher rührte, dass Severus mich an die Wand gedrückt hielt. Gerade lockerte er seinen Griff, ich klammerte mich, noch schwach auf den Beinen, einfach überwältigt von dem allem, an ihn...

    „Nicht jetzt! Nicht jeetzt! Ich war so nah dran, so nah!“, schrie die Magie, bevor sie von Trelawneys Fäden an die Wand genagelt und regelrecht gepfählt und aufgespießt wurde.

    „Neeeiiinn! Neeeeeiiiiiiinn!“ Ihre Todesschreie gellten durch den Raum, während sie bei lebendigem Leib verschlungen wurde.


    Dann war der Orkan vorüber. Die Fäden lösten sich auf, Sibylls weißes und schwarzes Auge nahmen wieder ihr ursprüngliches Aussehen an, ihr Körper hing gebrochen in der Luft... eine letzte Träne, ein letzter froher Satz, ehe sie zusammenbrach. War sie etwa---?


    Wir stürzten zu ihr. Severus aber schickte mich zu Fletcher. Widerstrebend folgte ich. Ich weiß, dass du bei Severus in guten Händen bist.

    Fletcher lag, bewusstlos, unter einigen Steintrümmern begraben. Ich befreite ihn mit ein paar Zauberstabschlenkern, überprüfte seinen Puls. Okay, er lebte noch, war nur leicht verletzt, nichts was er nicht überstehen würde. Ziemlich desinteressiert legte ich ihn an die Kette und sah zu, dass ich so schnell wie möglich zurück zu Trelawney kam.

    „Wie geht es ihr? Sie wird doch wieder?“, fragte ich Severus, der schon ein paar Momente gehabt hatte, sie zu untersuchen. Sie sah furchtbar aus. Ihr ganzer Körper war von grässlichen Wunden und Blut bedeckt. „Severus, wir müssen sie von hier wegbringen... Ganz, ohne dass es mir so recht bewusst war, hatte sich meine Hand vorgestohlen und sich um die von Sibyll gelegt. Sie hatte uns gerettet, ihr Leben für uns riskiert... Auf eine Weise gekämpft, wie es keiner von uns vermocht hätte. Halte durch, wir bringen dich hier raus.

    Höhnisch glitt sein Lächeln zu Trelawney.

    Ah, du hast endlich herausgefunden, wer ich bin...

    Und es erfüllt dich mit tiefer Furcht.

    Im Gegensatz zu diesen Menschen, die blind sind, kannst du es sehen. Sehen, aber nicht begreifen und aufhalten.

    Du siehst, aber kannst nicht handeln. Du bist verflucht mit Wissen, welches du nicht einsetzen kannst. Deine Rolle ist die der einsamen Beobachterin, während ich das Schicksal selbst lenke. Krieche vor mir im Staub, wackere Seherin.


    Doch, was war das? Es war nicht eine Seherin - es waren drei! „Tybis und Lybis!“, entfuhr es ihm in dem Moment des Erkennens schreckerfüllt. Der Abgrund und das Himmelswesen. Bei allen Sehern, die ihm hätten begegnen können - warum musste es ausgerechnet sie sein?! Sie, mit einer besonderen Gabe gesegnet, vom Schicksal selbst geküsst.

    Voller Schrecken war sein Blick auf die weißen und schwarzen Energien gerichtet, die Sibylls Körper nährten und in ihr pulsierten. „Neeinn! Hört auf! Hört auf, diesen Teppich zu weben, diese Lücke zu stopfen! Das klaffende Loch darf nicht geschlossen werden!“ Er zappelte in Severus' eisernem Griff vor wilder Panik.


    ..........

    ~Kraft- und mutlos hing ich, aufgehängt an hunderten von Ketten. Sie alle waren mit meinem Körper verwachsen, untrennbar mit ihm verbunden, wie Injektionsnadeln an meinem Körper befestigt. Die eine Kette steckte in meinem Arm, die andere in meinem Bein, wieder andere in meinen Organen und zwei in meinem Kopf. Ich konnte mich nicht einen Millimeter bewegen. Die fremde Macht beherrschte mich, ganz und gar.

    Ich hörte ihre Worte, spürte Sibyll an meinem Bewusstsein kratzen, ich hörte Severus appellieren, doch ich hatte keine Kraft zu reagieren. Keinen Grund. Es war, wie diese Macht sagte, Severus hatte mich schon einmal im Stich gelassen.


    Ich war wieder dort.

    Es tut so weh... Schwach, voller Schmerz, halb ohnmächtig lag ich da und kämpfte um jeden Atemzug. Severus... wo bist du? Mit letzter Kraft öffnete ich noch einmal die Augen, suchte und suchte... doch fand nicht. Mein bester Freund war fort. Hatte mich allein gelassen... mich im Stich gelassen. War schon wieder im Labor, die nächste Formel ausprobieren. Was kümmert es dich schon, was mit deinem Versuchsobjekt passiert? Wenn du hoch hinaus kannst.. Kleiner Bruder... doch meine Hand griff nur ins Leere. Ich war ganz allein. Allein und verlassen. Meine Augen fielen zu. Ich gab auf...


    ,Ich habe dich nicht im Stich gelassen, das hätte ich nie. Du warst mein großer Bruder.'

    Diese Stimme... Severus! Meine Augen öffneten sich einen Spalt breit.

    „Er lügt!!“, schrie die blaue Energie. „Er manipuliert dich! Du warst ihm egal. Er hat seelenruhig an einem Trank gearbeitet und von seiner Karriere geträumt, während du ganz allein im Sterben lagst... Hätten dich nicht zufällig ein paar Hauselfen gefunden...“

    Doch ich hing da wie erstarrt. Die Narbe an meinem kleinen Finger, das stimmte...

    Meine Augen öffneten sich ganz.

    Du hast mich gar nicht allein gelassen?

    Du warst die ganze Zeit bei mir...?

    Mein Blut ist nicht rein?


    Das Bild vor meinen Augen verblasste, ersetzte sich durch ein neues. Auf dem leeren Platz neben mir saß auf einmal Severus und kämpfte um mein Leben. Ich war nicht mehr allein, war es nie gewesen...


    Und so wie es heiß über meine Wangen strömte, sprengte ich meine Ketten, riss sie mir aus dem Körper.~

    ............


    Wutentbrannt hatte der falsche Lucius seine Hände um Severus' Hals gelegt und drückte zu. „Sei still!!“

    Knacks. Die Hände um Severus' Hals lockerten sich, das unnatürliche Blau seiner Augen brach wie Eis entzwei und fiel in Scherben von Lucius ab. Dahinter kam der echte Lucius zum Vorschein, die echten Augen. „Dummerchen. Wie könnte ich nicht dein Blutsbruder sein wollen?“ Ein erschöpftes zärtliches Lächeln zog sich über sein Gesicht.


    „Ahhhhhhh!“ Die Magie schrie, tobte, doch sie konnte sich nicht mehr in Lucius halten.

    Diese Freundschaft, dieses Vertrauen, ich ertrage es nicht!

    Sie wurde abgestoßen und schwebte für den Moment schutzlos in der Luft.

    Euer Zug, Lybis, Tybis und Sibyll!

    Der unreine Lucius knirschte mit den Zähnen. Das kann doch nicht wahr sein, diese beiden unwürdigen Menschen schaffen es, mein Eis aufzuhalten?! Was ist da los? Mein Wirt sollte doch so viel stärker sein! Ich habe ihn beobachtet, er ist stärker! Warum kann ich sein volles Potential nicht ausschöpfen?

    Und diese Sibyll hat sich auch noch das magische Herz unter den Nagel gerissen, verdammt!

    Still, du da drin, hör auf, dich zu wehren!


    Immer wieder feuerte er sein aschgraues Eis auf die beiden Menschen ab, doch die eine bekämpfte ihn über dieses Eis, der andere rückte ihm körperlich auf die Pelle. Außer sich feuerte er eine Salve Eis nach der anderen ab, die Gruft sah schon aus wie eine Eishöhle.

    Doch der verdammte schwarze Mann ließ sich nicht stoppen, entwendete ihm seinen Gehstock und drückte ihn auch noch gegen die Wand. „Hmgh!“ Er schlug um sich, bäumte sich unter dem Griff des Menschen auf, doch vergebens. „Rahhh, dieser Körper ist nutzlos! Vielleicht sollte ich mir lieber deinen zueigen machen!“ Er zappelte noch ein wenig, während dieser Mensch ihn wohl zu Tode quatschen wollte. Und auch die Seherin bekämpfte ihn von innen heraus über das Eis.


    Seherin, selbst im Besitz des Manx Herzens ist mein Schicksal stärker als das deine!

    Hör auf, dich einzumischen!

    Glaubst du, ich bemerke nicht, was du versuchst? Doch du bist nichts gegenüber Jahrhunderte der Erfahrung, Schickalsfäden, die weiter reichen als dein Leben, verwoben mit Tod und Verfall, triefend von Dunkelheit, die deinen Verstand sprengen würde.

    Ich trank das Blut des Manx Herzens, noch bevor du geboren warst, lag neben ihm, dem König, im kalten Grab, Hand in Hand, zerfressen von Würmern ward sein Körper, doch mein Durst nach Macht währt ewiglich.

    Ich sah Welten kommen und gehen, ganze Universen im Licht vergehen und du bist nichts als ein Blatt im Wind.


    „Sinnlos! Na los, halte mich doch auf! Ist mir doch egal, wenn dieser nutzlose Körper dabei zu Schaden kommt.“ Seine Hände schnellten vor und krallten sich in Severus' Brust, genau dort, wo Severus' frisch abgeheilte Narbe lag.

    Doch nur einen Moment lang, denn irgendetwas passierte, sein Gesicht zuckte, er schien einen inneren Kampf auszufechten, in dessen Ergebnis er dazu gezwungen war, seine Hände von Severus zu nehmen. Er keuchte, für einen Moment sah es fast so aus, als wäre Lucius zurück, doch als er seinen Kopf hob, waren seine Augen schon wieder geisterblau.

    „Oh, da wehrt sich doch tatsächlich jemand. Ach, ich frage mich warum, nachdem du ihn so verletzt hast.“ Sein hämisches Gesicht wandelte sich zu einer gespielt theatralischen Miene. „Oh Severus, du warst mein bester Freund und ich hätte alles für dich getan! Ich habe dir vertraut! Aber du hast mit meinem Leben gespielt. Einen Trank wolltest du an mir testen, und als es schief ging, hast du mich einfach im Stich gelassen. Dich geweigert, einen Lehrer zu Hilfe zu holen. Deine Karriere war dir wichtiger als mein Leben, buhuu, wie soll ich dir nur je wieder vertrauen?“, äffte er auf ziemlich schlechte Weise nach, ehe sich sein Gesicht wieder zu einem bösartigen Grinsen verzog. „Er hängt immer noch an dir, wie putzig. Oder eher erbärmlich. Dabei wissen wir beide, dass er dir nicht vertrauen kann und du ihn gleich töten wirst. Na los!“ Einladend breitete er die Arme aus.

    Und wenn du es tust, nehme ich mir deinen Körper!

    Severus hielt Wache bei unserem Gefangenen, Trelawney trieb dem verbleibenden Inferi - in einem Akt der überraschend irdischen Gewalt - einen Dolch in die Stirn und sackte dann gegen eine Säule. Das viele Blut - irgendetwas musste sie doch erwischt haben.

    Und dann diese geisterhafte Stimme. Einer spielt falsch...

    Und wie von Geisterhand legte sich mein Blick auf Trelawney. Sie war die Neue, die mit den mysteriösen Kräften und den undurchsichtigen Motiven. Das, was sie der Stimme entgegenschleuderte, glich schon beinahe einem Geständnis. Und jetzt versuchte sie trotz ihres offensichtlich schlechten Zustandes auch noch zu dem Grab zu kommen - weshalb? Unser Ziel war Fletcher und der lag schon gebunden da. Sehr verdächtig.

    Ich suchte Severus' Blick. Findest du das nicht auch verdächtig? Severus selbst verdächtigte ich keine Sekunde. Er war die dunkelste Person, die ich kannte, keiner stellte grauenvollere Flüssigkeiten her als der Giftmischer des Lords, niemand war loyaler als er.

    Aber... warum sagst du nichts? Warum stehst du nur stumm da wie eine Säule und reagierst nicht? Solltest du nicht mich verdächtigen? Sonst unterstellst du mir doch auch alles Schlechte...

    „Das ist nur ein Trick. Dieses Grab versucht uns zu verwirren. Schenkt ihm keinen Glauben“, besann ich mich trotzdem auf meine Rolle als Anführer, als dem, der die Gruppe zusammenhalten musste. Doch der Samen des Zweifels war in mir gesät... und das war die Chance für diese uralte Magie, zuzuschlagen.


    „Derjenige von euch, der rein ist, wird als Erstes fallen“, hallte die Stimme erneut durch die Halle.


    Zwei von dreien sind schuldig.

    Sowohl du, Sibyll, als auch du, Severus, verfolgt eure eigenen Ziele, ob gute oder schlechte spielt keine Rolle.

    Lucius aber ist der Betrogene, der, in den der Samen des Zweifels gepflanzt werden kann.

    Der, der jetzt mir gehört.


    Eine hellblaue Energie fuhr durch die Wunde an seinem Arm in Lucius' Körper. Dieser zuckte kurz, krallte sich in seinen Kopf, dann war es vorbei. Als er die Arme sinken ließ und seine Augen wieder öffnete, leuchteten diese in einem geisterhaften unnatürlichen Blau. Seine Lippen verzogen sich zu einer schaurigen Fratze. Und die Stimme mit der er sprach, war nicht die seine, sondern die Stimme des Grabes: „Auf diesen Augenblick warte ich seit 300 Jahren. Ich bin endlich frei! Die erste von drei Säulen ist gefallen. Er ist das Gefäß, in dem ich aus diesem Grab entkommen und Unheil über die Welt bringen werde. Ihr aber werdet hier lebendig begraben!“

    Der besessene Lucius hob beide Hände und feuerte seine Eismagie gleichzeitig auf Sibyll und Severus ab. Das Eis, das sich wie ein Gletscher über den Boden hin zu seinen Zielen zog, aber war nicht schneeweiß wie sonst, sondern grau und verseucht.

    Die Inferi bewegten sich in einer Weise, die der lebendige menschliche Körper nicht zulassen würde, sie sprangen weiter, als es je ein Mensch könnte, und wenn es ihre Muskeln zerreißt. Sie kennen keinen Schmerz, keine Gnade. Einen von Fletchers Männern ereilte das traurige Schicksal, von hinten angesprungen zu werden. Während die Klauen des Inferius ihm den Brustkorb zerrissen, bohrten sich die Zähne in seinen Hals und rissen ihm die Lufttöhre heraus. Wem oder was wir nun gegenüberstanden, waren Monster.


    Ich spürte die Verwendung meines zerborstenen Eises, die fremde Macht, die sich seiner bemächtigte. Fletchers Rauch wurde verschlungen, zur Hälfte von Severus' noch so viel schwärzerem Rauch und zur anderen Hälfte von Trelawney, die ihn in meinem Eis einsperrte. Zurück blieb ein blinder, uneinsehbarer Fleck aus Dunkelheit - da konnte ich nichts machen; ich überließ Fletcher Severus. Es war... nett, wieder ein Team zu sein. Das seltene Gefühl, dass er mich mal nicht zum Mond schießen wollte.


    Für einen Moment war ich aus der Bahn geworfen, wusste nicht, was ich tun sollte, ohne mein Eis... Da fiel mein Blick auf Trelawney. Sie schwankte, hatte Blut im Gesicht... die Inferi drangen von zwei Seiten auf sie ein. Auf einmal waren wir von den Jägern zu den Gejagten geworden.

    Trelawney hatte zwar eine ganze Reihe beeindruckender Tricks drauf, doch im Nahkampf, so vermutete ich, war sie die schwächste von uns. „Hände weg von unserer Geheimwaffe!“ Den Inferius, der von hinter Trelawney angesprungen kam, zerteilte ich mit einem präzisen Schneidezauber in zwei Hälften. Doch die Körperhälften sprangen wieder auf und rannten auf groteske Weise auf je einem Bein und einem Arm weiter... Jetzt reicht's! Ich schwang meinen Gehstock wie eine Sense und zerschmetterte den Schädel der Kreatur mit den spitzen Schlangenzähnen, kurz bevor er Trelawney erreicht hatte. Kaltes totes Blut spritzte auf und verteilte sich über den Boden. Wenn ich nicht auf mein Eis zurückgreifen konnte, musste eben die rohe Gewalt her.

    Der andere Inferius rollte sich über den Boden und sprang im Zickzack auf Trelawney zu - ihr Gegner.


    Mein Gehstock glühte in einem grünen geisterhaften Licht, die Smaragdaugen der Schlange funkelten; ich fegte wie mit einer Sense durch die Reihen der Untoten und verbrannte sie - und nebenbei noch einen von Fletchers Handlangern - mit diesem grünen Geisterfeuer. Wer hatte noch mal gesagt, der Eiskönig ist ohne sein Eis hilflos?


    Als der schwarze Rauch sich verzog, konnte man auf der einen Seite nur noch den triumphierenden Severus neben einem gefesselten Fletcher vorfinden. Und auf der anderen Seite standen wir siegreich über einem Haufen toten Fleisches. „Sieg auf ganzer Linie! - Argh.“ Einer hatte mich mit seinen Jahrhunderte ungeschnittenen Krallen am Oberarm erwischt, aber was soll's.


    Geisterhafter Nebel ballte sich an der Decke der Gruft zusammen, es war noch nicht vorbei. Die hier eingeschlossene Magie sprach mit geisterhafter, schauriger Stimme: „Wir beobachten euch, seit ihr diese Insel betreten habt - einer von euch spielt falsch.“

    Für einen Moment glaubte ich ein Wiedererkennen in Severus' Blick zu sehen... doch ich konnte mich auch getäuscht haben, so schnell, wie er den Blickkontakt brach. Er wirkte so distanziert... ich kam nicht mehr an ihn ran. Vermutlich war das auch ganz gut so... Dennoch blieb ein fahler Beigeschmack übrig, als wir aufstanden und zu Trelawney zurückgingen.

    Severus wollte weitermachen. Ja, ich kenne dich, und deshalb weiß ich, dass du immer sagst, du kannst, auch wenn es nicht so ist. Doch zumindest diesmal gab ich keinen Widerspruch ab, als er gegenüber Trelawney behauptete, kampfbereit zu sein. Ich nickte lediglich beipflichtend. Wir konnten jeden Zauberstab gebrauchen. Und ich hatte Severus ja im Auge.


    Auch ich zog meinen Zauberstab aus meinem Gehstock wie ein Schwert aus seiner Scheide. Und dann stiegen wir hinab in die Gruft. Es ging eine steinerne Treppe hinab, tiefer und tiefer, hinein in einen dunklen Schlund aus kalter Erde, in ein... ein richtiges Mausoleum. Kalte, jahrhundertealte Luft füllte unsere Lungen. Uralte Magie lag in der Luft.

    Im Schutze der großen Marmorsäulen schlich ich mich immer näher an die Stimmen heran. Da standen die fünf Männer und plagten sich damit ab, einen Grabdeckel aufzustemmen. Er schien zu klemmen, hitzige Kommentare flogen hin und her. Unbemerkt legte ich eine Eisspur auf dem Boden, die sich unter den Füßen der Männer bis zu Fletcher vorfraß und, als sie seine Füße erreicht hatte, wie eine Falle zuschnappte, seinen Körper hinaufwuchs und ihn so an Ort und Stelle festfror, selbst seinen Arm mit dem Zauberstab unter einer dicken Eisschicht einfror - es war kein Entkommen mehr möglich. Ich sprang hinter meiner Säule hervor und schleuderte ihm den finalen Fluch entgegen ---

    Mit einer kräftigen Bewegung brach Fletcher mein Eisgefängnis auf und konnte meinem Fluch im letzten Moment ausweichen. Aber-- unmöglich! Mein Eis sollte unzerbrechlich sein! Und hier war es gesplittert wie Glas. Die Nachwirkung des Kampfes gegen Severus' Feuerfluch - meine Eiskräfte hatten sich noch nicht vollständig regeneriert. Verdammt, ich ohne Eis... was sollte ich tun?


    Ganz der Gauner, der er war, trat Fletcher mir nicht im Kampf entgegen, sondern warf eine Rauchbombe, um zu fliehen. Blindlings jagte ich ihm einen Schockzauber entgegen, doch aufgrund des Rauches traf er nicht Fletcher, sondern einen der Särge. Ich schenkte dem zuerst keine Beachtung, da ich vollends damit beschäftigt war, Fletcher zu stellen, doch hinter unserem Rücken kroch ein Inferius aus den Trümmern des Grabes...

    Severus reagierte zuerst nicht, wirkte wie weggetreten, als ich ihn ansprach; ich fing schon an, mir schon Gedanken zu machen, als seine dunklen Augen doch noch zu mir fanden. Fast hätte ich erwartet, er würde mich wie üblich anfauchen, darauf bestehen, keine Hilfe zu brauchen, und mich in seinem verletzten Stolz von sich stoßen... doch überraschenderweise war nichts davon der Fall. Er bedankte sich. Bei mir. Und fragte dann, wie es mir ging. Seit wann interessiert dich denn das? Ich schüttelte innerlich den Kopf, raffte mich soweit hoch, dass ich vor ihm kniete und sah ihm tief in die Augen. „Ich habe dir einmal versprochen, dass ich immer für dich da sein würde, wenn du Hilfe brauchst. Egal wie lange her es ist, ein von einem Malfoy gegebenes Versprechen hat Bestand.“ Für einen Moment schimmerte die Zuneigung durch die Kälte in meinen Augen hindurch, für einen Moment waren wir uns so nah...

    Ehe ich mich energisch hochstemmte. Verdammt. Ich war kurz davor gewesen zu vergessen... zu vergessen, dass er der Einzige war, der mir so hatte weh tun können und dass er es wieder täte, wenn ich es zuließe. Ich atmete hart ein. „Willst du weitermachen? Denkst du, du bist wieder einsatzbereit?“, kam es nun wieder förmlich von mir. „Dir werden keine Nachteile entstehen, wenn nicht, versprochen.“ Sein Körper war einer hohen Belastung ausgesetzt gewesen, ich als Leiter der Mission war verantwortlich für sowohl das Gelingen der Mission als auch das Überleben und Wohlergehen jedes einzelnen Mitglieds, ich musste die Entscheidung treffen, ob ich Severus für den Rest der Mission abzog.


    Ich setzte mich langsam in Bewegung zu unserer dritten Mitstreiterin im Bunde, mir war nur leicht schwindlig, ich fasste mir an die Stirn. Leicht erhöhte Temperatur, nichts Schlimmes. „Wie steht es um unsere Zielperson?“, sprach ich Trelawney an und hatte dabei das unbestimmte Gefühl, sie war mit ihren Gedanken ganz woanders als dabei, Fletcher und Co. zu beobachten. Mit einem Blick in besagte Richtung verschaffte ich mir selbst einen Eindruck. Die Männer waren nicht mehr zu sehen. „Sie sind schon unter der Erde. Muss sich um eine größere Gruft handeln. Jetzt müssen wir wohl oder übel auch ins Grab steigen. - Und denkt immer daran, Fletcher ist unsere Zielperson, die anderen sind nur Störfaktoren. Er ist wichtig, ihn dürfen wir nicht entkommen lassen. Deshalb werde ich mir ihn vorknöpfen. Ihr müsst mir nur die anderen vier vom Leib halten.“

    „Ich würde nicht darauf wetten, aber wir werden sehen.“ Momentan konnten wir nur spekulieren. Und dann rückte die Mission sowieso erst einmal in den Hintergrund. Denn Snape hatte einen Notfall. Sofort war meine gesamte Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet.


    Wie kannst du jetzt noch scherzen? „Spar dir deine Kräfte“, raunte ich ihm mit wackligem Lächeln, das eigentlich beruhigend und Stärke ausstrahlend sein sollte, zu, ehe ich meine gesamte Konzentration und Kraft auf die Bekämpfung der wieder zum Leben erwachten Fluchwunde richtete. Meine Eismagie rief eine heftige Abwehrreaktion hervor - die Wunde wehrte sich! Es mussten Höllenqualen sein, die sie Severus bei ihrem Widerstand zufügte, doch ich ließ mich nicht beirren und intensivierte meine Kälte nur noch. Die Abwehrreaktion zeigte, dass das Eis ihr gefährlich werden konnte.


    Meine linke Hand umfasste haltspendend seine Schulter, während er vor Schmerzen krampfte; ich holte jetzt alles aus mir heraus. Konzentrierte alle Kälte, die ich aufzubieten hatte, in meine rechte Hand und ließ sie in Severus' Körper fließen. Mehr, noch ein bisschen mehr... Es war ein erbitterter Kampf zwischen mir und dem Fluch, dessen Hitzevorrat unerschöpflich zu sein schien. Die Energien, die hier aufeinanderprallten und um die Vorherrschaft kämpften, könnten die ganze Insel verbrennen - oder überfrosten. ...Sie war zu stark. Noch mehr Kälte!! Noch einmal gab ich alles. Vor meinem inneren Auge sah ich die schlimmsten Augenblicke meines Lebens vorbeiziehen, sie nährten die Kälte in mir - und diese Kälte versenkte ich wie einen Dolch in das Herzstück der Wunde. Meine Hand senkte sich auf Snapes Brust herab. Ich brannte die Wunde regelrecht aus - durch Frostbrand.


    Der Brand war gelöscht. Ich sank neben Snape gegen den Baumstamm. Meine Haut glühte. Zum ersten Mal in meinem Leben war mein Körper warm. Zu warm. Ich hatte all meine Kälte verbrannt. „Severus?“ Wieder der Vorname. Besorgt musterte ich ihn.

    Aus dem Augenwinkel sah ich Trelawneys Silhouette in der Entfernung. Wie ein Wachhund passte sie auf unsere Beute auf.

    Es war merkwürdig, Severus und ich konnten uns so viel bekriegen wie wir wollten - im Moment der Gefahr schmolzen wir sofort wieder zu einem Team zusammen. Wie in jenem Moment in der brennenden Kirche. Es war mir gar nicht bewusst gewesen, doch ich hatte noch immer dieses Grundvertrauen zu ihm, dieses Gefühl, ihn auch nach all den Jahren noch in- und auswendig zu kennen. Wir mochten uns nicht mehr verstehen, doch wir kannten einander.


    Im Schutze der Dunkelheit ergab sich ein kurzer vertraulicher Moment zwischen uns. Ein kurzer Austausch, ein kleines bisschen Nostalgie.

    Es rührt mich, dass du dir das gemerkt hast... „Nein.“ Ein sanftes Schmunzeln schwang in meiner Stimme mit. „Du bist wie ein Zaubertrank: An der Oberfläche still und unauffällig, doch darunter brodelt es von der Fülle gefährlicher Informationen.“ Das war schon früher so gewesen. Wenn ich eines nie getan habe, dann war es, dich zu unterschätzen.

    Ein einfaches klares Danke. Ohne Sarkasmus. Er hatte mein Kompliment angenommen.

    Vielleicht hätte aus dem Moment mehr werden können, doch Severus beendete ihn vorzeitig, schickte mich quasi weg - und ich ging. Und stürzte mich in gewaltsamer Verdrängung in die Arbeit.


    Zurück von meinem Kundschaftergang teilte ich den beiden meine Beobachtungen mit. Aus dem Augenwinkel musterte ich Snape unauffällig. Du hast dich umgezogen. Wäre Severus ein bisschen mehr wie ich, wäre ich davon ausgegangen, er wollte nach der Aktion in der Kirche nicht mit verdrecktem Umhang oder verschwitztem Hemd herumlaufen und hätte sich deshalb frisch gemacht. Ja, ich gestehe, das hatte ich schon gebracht, auch mitten in einer wichtigen Mission, während alle auf mich hatten warten müssen, aber bitte, es ging immerhin um Respekt und Autorität, die ich in von der Kampfesanstrengung gezeichneten Aufmachung wohl auch schwerlich hätte ausstrahlen können. Doch war Snape nun mal ganz und gar nicht wie ich. Ich bezweifelte also, dass sein Garderobenwechsel damit zu tun hatte.


    Apropos Garderobenwechsel: Eine Sonnenbrille - bei diesem trüben Wetter? Wenn Trelawney meinte. Ihre Antwort kam ziemlich schnell. „Mag sein“, erwiderte ich wenig beeindruckt auf ihren Kulturschock, dass solche Grabschätze keine Seltenheit seien. Was konnte schon großartiges dort unten verborgen sein? Ein paar Keramikbecher und Goldmünzen vielleicht. Gold und Geld brachten mein Herz längst nicht mehr zum Höherschlagen. „Die Legenden sagen aber auch, dass solche Grabschätze meist mit einem Fluch belegt sind, der mögliche Grabräuber dahinrafft.“ Musst du diese Brille aufhaben? Es ist unhöflich, so mit jemandem zu sprechen.


    „Ich konnte 5 Personen ausmachen. Fletcher und vier Helfershelfer. Wie sollten davon ausgehen, dass alle Zauberer sind. Es steht also ein hartes Gefecht zu erwarten.“ Ich blickte in die Runde. Von Snape kam gerade mal gar nichts. Trelawney versteckte sich hinter ihrer Brille. Dann muss ich wohl die Ansagen machen.

    „Wir werden...“ In dem Moment meldete sich Snape zu Wort. „Natürlich.“ Irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Wie er sich da unter seiner Kapuze verschanzte. Dass es so gar nicht seine Art war, eine Lagebesprechung zu unterbrechen. Ich jedenfalls war sofort hellhörig. Aus diesem Grund kam die Zustimmung auch ohne zu zögern über meine Lippen, auch wenn uns allen klar war, dass es nicht ewig dauern konnte, bis Fletcher beim Graben fündig wurde.

    „Bitte entschuldigen Sie uns einen Moment“, ließ ich Trelawney gar keine Wahl, ehe ich Severus ein paar Schritte fortführte.

    Ein Gespräch ohne Trelawney? Hatte er etwas über sie herausgefunden?


    Beunruhigt wandte ich mich ihm zu, als er auch schon eine... völlig blutverschmierte Hand offenbarte. Es dauerte einen Moment, bis ich schaltete. „Du bist verletzt!?“ Warum habe ich das nicht mitbekommen? Im Nu hatte ich die Distanz zwischen uns überbrückt, schob Snapes Arme und den Umhang beiseite und hatte in Sekundenschnelle die blutdurchnässte Stelle entdeckt und schälte ohne viel Federlesens den nassen Hemdstoff von der Wunde. Zischend zog ich die Luft ein. „Salazar...!“ Mir blieb die Spucke weg.

    „Okay, komm setz dich.“ Mit sanfter Gewalt brachte ich Snape in eine sitzende Position auf den Boden, wo er sich mit dem Rücken gegen einen Baumstamm anlehnen konnte. Ich aber beugte mich über ihn, um die Wunde näher in Augenschein zu nehmen. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. „Deine alte Narbe...“ Kirche - Abwehrzauber - verflixt! Und es sah scheußlich aus. Entzündete Verbrennungen. Und sie wurden immer größer. Zum Teufel---! Ich raufte mir die Haare, atmete hektisch, leise Panik in meinem Blick. Was sollte ich tun?! Meine linke Hand legte sich kühl auf Snapes' schweißnasse Stirn. „Ganz ruhig. Alles wird gut.“ Meine Stimme zitterte leicht. Intuitiv tat ich das, was ich bei Brandwunden immer tun würde: Ich hielt meine rechte Hand knapp über die Wunde und ließ meine kühlende Eismagie einwirken.

    Alle Differenzen zwischen uns waren vergessen. In meinem Kopf gab es nur noch den einen Gedanken: Severus helfen. Trelawney hatte ich für den Moment ganz vergessen.

    Die Seherin lächelte - doch irgendwie traute ich diesem allzu freundlichen Lächeln nicht. Sie gab sich offen, und doch blieb sie dabei verschlossen. Erweckte meine Neugierde, ohne sie wirklich zu befriedigen. Eines war jedoch klar: Es musste sich um die schwärzeste und dunkelste Magie handeln, die die Welt je gesehen hatte. Wer wusste schon, wozu diese Frau noch fähig war? Vermutlich hatte ich bisher nur einen Bruchteil ihrer Fähigkeiten gesehen. Könnte sie mächtiger sein als ich? Ich bezweifelte es, aber... würde nie den Fehler machen, jemanden zu unterschätzen, über den ich so wenig wusste, der eine Magie beherrschte, über die ich so wenig wusste. In der Regel sammelte ich Informationen über jeden, mit dem ich zu tun hatte, grub die Dinge aus, die jemanden erpressbar machten. Bei dieser Seherin aber stand ich diesbezüglich noch ganz am Anfang. In der Regel waren Menschen sehr leicht berechenbar; diese Seherin aber war mir nach wie vor ein Rätsel. Ihre Magie war mir ein Rätsel.

    Fast als könnte sie meine Gedankengänge erahnen, fügte sie an, dass kein Grund zur Sorge bestünde, denn jede Magie habe ihren Preis. Ich nickte kaum wahrnehmbar; das war mir durchaus bewusst. Nur ein Dummkopf glaubte anderes. Selbst meine Eismagie hatte ihren Preis - den, dass ich keine Feuermagie erzeugen konnte. Und es gab schwarze Magie, die ich zwar kannte, aber bisher noch nicht angewendet hatte, weil mir der Preis zu hoch war. Der Dunkle Lord hatte es getan - an seiner Gestalt sah man, was es aus ihm gemacht hatte.

    Was, wenn Trelawney ebenso bereit wäre, die Grenzen zu überschreiten, wie der Dunkle Lord...? Ich behalte dich im Auge.


    Schon beim Öffnen der Tür kam mir dicker schwarzer Qualm entgegen. Man sah die Hand vor Augen nicht. Hustend hielt ich mir den Unterarm vor den Mund und trat durch die beißenden Rauchschwaden ein paar Schritte in die Kirche hinein, rief nach Snape. Vielleicht hatte er sich unbedacht selbst in den Flammen eingeschlossen, den Rauch unterschätzt und das Bewusstsein verloren...

    ,Du kennst meinen Vornamen noch.'

    Er war ganz in der Nähe. Oh. Ich hatte ihn beim Vornamen genannt, tatsächlich... es war ganz automatisch passiert. Peinlich, das sagte mehr aus, als ich gewollt hatte... und zurück kam natürlich Spott. Grr, ich hab mir Sorgen gemacht, du Idiot. Tut mir leid, wenn ich dich genannt habe, wie mir nicht mehr zusteht, dich zu nennen. Kommt schon nicht wieder vor!

    Typisch, dass du mir wieder unter die Nase reiben musst, was ich nicht kann. Aber... wenn du das alles weißt, wie sehr ich Feuer verabscheue, wieso nutzt du das gar nicht aus? Keine Flamme, die zufällig in meine Richtung züngelt...? „Ich bin wohl nicht der Einzige, der sich etwas gemerkt hat.“ Ein beinahe scheuer Blick traf ihn durch die Rauchschwaden - mehr als seine Konturen konnte ich jedoch nicht ausmachen. „Ich sehe genug... deine Dunkelheit hat sich ganz schön weiterentwickelt.“ Das hätte ich vermutlich nicht gesagt, wenn ich mich durch das Stockfinstre um mich herum nicht so geschützt gefühlt hätte.


    Du willst dich schon wieder absondern? Ich zögerte... bewegte mich nicht vom Fleck. Einen Moment lang sah es so aus, als wollte ich etwas sagen---

    „Wie du willst.“ Ruckartig und auch ein wenig gekränkt zog ich ab und musste wohl oder übel unverrichteter Dinge zurück zu Trelawney.

    „Wir gehen schon mal vor“, knurrte ich, nicht willens zu äußern, dass Sev-- Snape sich geweigert hatte, mit mir zu kommen. „Aber nicht direkt beim Grab auftauchen, sondern ein Stück entfernt. Dieser Fletcher ist ein chronischer Feigling, der bei unserem Anblick nur flüchten würde. Ich will nicht, dass er wieder entkommt.“ Also hieß es wohl anschleichen...

    Ich zog mir die Kapuze über und in der nächsten Sekunde war ich schon disappariert.


    Unweit des Grabes tauchte ich wieder auf. Vom Grab her drangen Geräusche zu uns rüber. „Warten Sie einen Moment hier. Ich kundschafte schon mal die Lage aus“, raunte ich Trelawney zu und schlich mich im Schutz einiger Bäume näher heran, bis ich über dem Grab die Umrisse mehrerer Männer erkennen konnte, die mit Schaufeln das Grab aushoben. Lautlos schlich ich zu Trelawney zurück.

    “Ich weiß jetzt, was Fletcher hier will. Grabraub“, informierte ich sie. „Ist Ihnen bekannt, dass dieser König mit Schätzen begraben wurde?“

    Dieses Lächeln - Severus empfand ganz genauso. Warum nochmal hatten wir je aufgehört, ein Team zu sein?


    Und so wurde der fromme Priester im Tode Teil eines heidnischen Rituals. Vielleicht lag es am komischen Hall in der Kirche - düster, beinahe übernatürlich trug sich die Stimme der Seherin zu uns rüber. Und da öffnete der Tote seine leblosen Augen und weinte Tränen aus Blut. Fast ein bisschen unheimlich.

    Und jetzt auch noch ein Grab. Das wurde ja immer okkulter. Was Fletcher wohl an einem Ort wie diesem wollte?

    „Gute Arbeit“, nickte ich ihr anerkennend zu.


    Snape nickte nur abweisend auf meine Frage - was hatte ich auch erwartet?

    Spuren beseitigen. Und Snape schien auch schon einen Plan zu haben. Ein wenig zögernd ließ ich mich gemeinsam mit Trelawney des Gebäudes verweisen. Kurz nachdem wir draußen waren, stand die Kirche auch schon licherloh in Flammen. Kann es sein, erinnerst du dich noch daran, dass ich keine Feuerzauber--- und hast mir die Peinlichkeit erspart?!


    „Wo haben Sie diese Art der Magie erlernt?“, fragte ich Trelawney, während wir zusahen, wie der Dachstuhl in Flammen stand. Es war das erste Mal, dass ich dieser okkulten Magie begegnete.


    Die Flammen züngelten immer höher, die Zeit verstrich, aber Snape kam nicht wieder aus der Kirche raus, und langsam wurde ich nervös. Drinnen musste doch schon längst alles in Flammen stehen und man dürfte kaum noch atmen können. Wo bleibst du denn?


    Als sich auch nach einigen weiteren Minuten immer noch nichts regte, hielt ich es nicht mehr aus, setzte mich in Bewegung, ging den kurzen Weg zur Kirche zurück und stieß die großen Türen auf. „Severus?“, rief ich ins schwarzverqualmte Innere, nicht merkend, dass ich ihn im Affekt unbewusst wie in alten Zeiten beim Vornamen genannt hatte.

    Von überallher kamen die Feuerbälle gleichzeitig. Ich vollführte eine schwungvolle Halbkreisbewegung und schaffte es, in einem Schwung gleich zwei von ihnen abzuwehren, wirbelte sofort wieder herum, um einen dritten von der anderen Seite abzufangen, als--- Bamm. Hinter mir gab es einen Aufprall. Eine schwarze Wand hatte mich abgeschirmt. Snape! Nur die Hitze auf meinem Gesicht und der Glutregen zeugten davon, wie knapp ich dem Feuertod entronnen war.

    Instinktiv brachte ich mich Rücken an Rücken zu Snape in Stellung, wehrte alles, was von vorne kam, ab, und verließ mich darauf, dass er dasselbe auf seiner Seite tat. Eis und immer mehr Eis brach aus der Spitze meines Gehstocks hervor, die Luft vibrierte unter dem Aufeinanderprall von Eiseskälte und Höllenfeuer.

    Es war ein erbitterter Kampf, den schließlich die Dunkelheit für sich entschied und alles Feuer und Eis unter sich begrub.


    Als nur noch rauchende Feuerschwelen von dem verheerenden Brand übrig waren, drehte ich mich noch ganz berauscht vom Kampf zu Snape herum. Unsere Blicke trafen sich. „Wir haben's geschafft, Partner!“, lachte ich ihm siegestrunken ins Gesicht, zeitgleich wie er ein ,Danke' hervorkrächzte. Für den Moment hatte ich vergessen, was war, für diesen Augenblick waren wir wieder ein Team, ganz wie in alten Zeiten.

    Doch schon einen Wimpernschlag später war der Moment auch schon wieder vorbei; Severus wandte sich ab.


    Ich blieb allein zurück. Einen Moment lang stand ich noch reglos da, dann setzte ich mich langsam wieder in Bewegung, machte mir ein Bild von dem Chaos. Die einstmals schöne Kirche sah aus wie ein Schlachtfeld, der Boden war mit rauchenden Aschehaufen und verkohlten Brandresten bedeckt und es stank bestialisch; der einzige Grund, aus dem wir es überhaupt noch hier aushielten, waren die hohen Decken, in die der Rauch hochgestiegen war. Verdammt, sogar meine Haare waren leicht angesengt. Die blonden Spitzen kräuselten sich und auch mein Umhang hatte am Saum ein paar Brandschäden aufzuweisen.

    Trelawney war noch dabei, dem Priester Blut abzuzapfen, dabei wollte ich sie nicht stören. Mir den Ruß vom Umhang klopfend ließ ich mich seufzend neben Snape auf die Kirchenbank sinken, die Arme lässig über die Rückbank baumelnd und die Füße lästerlich auf die vordere Bank hochgelegt. „Ist alles in Ordnung?“ Ich musterte Snape von der Seite. Er sah nicht gut aus. Und saß irgendwie so krampfhaft da. Mein Tonfall war ruhig und neutral, nichts feindseliges darin zu finden.

    Ich wüsste nicht, was es da noch weiter auszuführen gab, aber von mir aus. Severus sonderte sich ohnehin mal wieder ab und hörte nicht mal hin, hmpf.


    Dieser Pfarrer war gar nicht ungefährlich. Mühelos wehrte er Trelawneys Flüche einen nach dem anderen ab und konterte mit weiteren Brandzaubern. Aber da erwischten ihn auch schon Snapes Ranken und zerbrachen seinen Zauberstab. Gegner ausgeschaltet, wollte man meinen.... Doch auf dem Gesicht des Pfarrers bildete sich ein triumphierendes Lächeln.

    „Ihr armseligen Gottlosen werdet nie gewinnen, denn mit mir ist die Liebe und die Kraft Gottes. Möge seine unsterbliche Macht mich leiten! Teufel und Sünder, brennt im Feuer der Hölle!“

    Überall in der Kirche begannen die Kreuze feuerrot zu glühen - und es gab hier viele Kreuze, sei es auf Gemälden, an den Buntglasfenstern oder als Holzgebilde an den Wänden. In diesem Moment begriff ich - eine Falle!


    Die Hölle auf Erden brach über uns herein. Feuerwalzen rollten aus allen Richtungen, aus allen Kreuzen auf uns zu und setzten alles in Brand. In wenigen Sekunden brannten die Holzbänke lichterloh. Irgendein alter, vor langer Zeit gewobener Schutzzauber zum Schutz der Kirche hatte sich gerade aktiviert.

    Und Snape... Snape stand mit verschränkten Armen an der Wand und hatte den Kampf offenbar schon für gewonnen gehalten. Du Dummkopf...!!

    In letzter Sekunde konnte ich die Feuerwalze, die auf ihn zuschoss, mit einem Eisstrahl unschädlich machen. „Pass besser auf!“ Zu mehr reichte es nicht, denn durch die Ablenkung geriet ich nun selbst hart in Bedrängnis. Das Feuer griff um sich.

    Und über allem schwebte das Lachen des Pfarrers: „Brennt!! Brennt auf dem Scheiterhaufen, Ketzer!“

    Diese Ignoranz meiner Vorwürfe und Wut war schlimmer als alles andere. Nach allem, was wir zusammen hatten, bin ich dir nicht mal eine Erklärung wert? Und warum klang Snape dann so leise und gekränkt? Rede mit mir, verdammt!

    Mein Blick folgte ihm noch eine ganze Weile.


    Die Ambitionen der Seherin waren Sicherheit und jemanden beschützen, wirklich? Ich hätte Größeres von ihr erwartet. Na ja...

    „Nicht unbedingt“, gab ich abweisend zurück. „Nicht mehr...“ Aus dem Augenwinkel huschte mein Blick wieder zu Snape.


    Aber zurück zu unserem Auftrag.

    Die Seherin trug tatsächlich das Gesicht des Teufels. Eines Teufels mit Heiligenschein. Und ihr Vorgehen, in die Kirche einzudringen, war die rohe Gewalt.

    Während Snape sich natürlich wieder mal gekonnt im Hintergrund hielt und die Nachhut bildete. Ach, egal. Jetzt kam ich, der Eiskönig. Meine Art des Tötens war Kunst.


    Jeder meiner Schritte, mit denen ich durch den Mittelgang der Kirche schritt, war Eis. Über mein Gesicht hatte sich eine gezackte Maske aus Eis gelegt. Das Eis floss aus meinen Händen. Die Kirche erinnerte inzwischen stark an einen Eispalast. Die Menschen, die nicht schnell genug flohen, wurden von meinem sich immer weiter ausbreitenden Eis erfasst und in Eisskulpturen verwandelt.

    Die Muggel waren inzwischen in Panik verfallen und zogen sich schreiend in Richtung Kopfseite der Kirche zurück. Hatte eine Kirche einen Hinterausgang? Ich hoffte mal nicht. Sicherheitshalber hob ich meine Hand und jagte einen Eissturm in die Menge. Mehrere Muggel wurden gegen die Wände geschleudert.


    Irgendwo in der Menge wurde ein Zauberstab gezückt. Ein Fluch schoss direkt auf Trelawney, den Teufel zu...

    Ein zweifelsfreies, überzeugtes Nicken seitens der Lovegood. So viel zum Thema wachrütteln und vor der bösen Welt warnen. Dir ist wirklich nicht mehr zu helfen, Mädchen.


    Er wollte sichergehen, dass er nicht von Todessern abstammte, aha. Als wäre Todessersein ein ansteckendes Erbdefekt. „Mr Jason“, begann ich gefährlich ruhig. „Und wenn es so wäre, würde das rein gar nichts an dem ändern, was Sie sind. Sie sind nicht Ihre Eltern und Sie gehen Ihren eigenen Weg“, sagte ich nachdrücklich, abwürgend. Und jetzt Schluss damit! Seien Sie lieber froh, dass der Dunkle Lord keinen Wind von so etwas bekommt, sonst sind Sie schneller Ihr Leben lang verpflichtet, als Sie schauen können.


    ,Ich versuche es. Mehr können Sie nicht verlangen.'

    Verlangen?! Beinahe hätte ich entrüstet aufgelacht. Wir verlangen gar nichts von dir; uns ist es egal, ob du hier bleibst oder fliegst, wir wollen dir helfen, Junge, du tust das hier für dich! „Tun Sie das nicht für uns, sondern für sich.“ Scharf sah ich ihm in die Augen. Merk dir das gefälligst.


    Von Severus erhielt ich Rückendeckung, bezüglich Mr Martins Adoptiveltern nachzuhaken, auch wenn nun gerade ich es war, der die Angelegenheit in die Länge zog und von den eigentlichen Formalitäten ablenkte. Aber besser einmal zu viel aufgepasst als einmal zu wenig. Aber es gab offenbar keinen Grund zur Besorgnis, wie Mr Martins Antwort offenbarte. Nur die üblichen Teenagerwehwehchen. Was ja eine gute Nachricht war, auch wenn er umsonst die Pferde scheu gemacht hatte. Zeitgleich verlor sich mein Interesse an dem Schüler aber auch schon wieder und ich zog mich tief ausatmend wieder auf meinen Beobachterposten an der Wand zurück.

    „Und es hat vermutlich auch seinen Grund, dass Sie anonym abgegeben wurden und nicht gewollt ist, dass Sie Ihre Wurzeln zurückverfolgen. Es gibt Wahrheiten, die besser verborgen bleiben, und Verbindungen, die Sie in Lebensgefahr bringen können.“ Eindringlich sah ich ihn an. Verstehst du, was ich meine? „Uneheliche Kinder namhafter Reinblüter leben beispielsweise sehr gefährlich...“ Du wärst nicht der erste, der um die Ecke gebracht wird, um den Ruf einer Familie zu schützen. Also, willst du diesen Staub wirklich aufwirbeln und die Büchse der Pandora öffnen?


    Ich nickte Severus kurz zu. „Entschuldige, ich habe dich unterbrochen. Du hast das Wort.“ Und gab wieder an ihn und das Formular ab.

    Autsch. Severus' Worte waren wie ein Messer in die Rippen. Beleidige mich, wie du willst, aber hör auf, das was wir hatten, in den Schmutz zu ziehen! „Und das Tränkegenie ist sich zu gut, sich mit überhaupt anderen Menschen abzugeben“, fauchte ich mindestens genauso erbost. „Was?! Was war deine Freundschaft schon wieder, was meine nicht war?“ Aber du kannst dich ja nie klar ausdrücken. Versteckst dich entweder hinter deinem Kessel oder... hüllst dich in dein verdammtes Schweigen! Argh.


    Mit Trelawney zu plaudern war wenigstens nicht ganz so frustrierend wie mit Snape. „Für die meisten? Nicht aber für Sie?“ Ich schmunzelte wissend. Nein, dich dürstet es nach mehr. Und was genau das ist, werde ich auch noch herausfinden.


    Was, die Kirche räumen? War das nicht ein bisschen viel Aufwand für einen Mann? Aber nun gut... Ich habe - dank dir, Snape! - sowieso gerade schlechte Laune.

    Severus würdigte mich kaum eines Blickes - das machte mich fuchsteufelswild! Du wirst schon sehen...

    „Dann wollen wir mal die richtige Stimmung erzeugen.“ Ich legte meine Handfläche auf die geschlossene Kirchentür auf und schickte mein Eis durch die Ritzen...


    Drinnen fand gerade eine Messe statt. Die betenden Menschen konnten sehen, wie ein schmuckvolles buntes Kirchenfenster nach dem anderen sich wie von Zauberhand mit einem bläulichen Eis überzog. Eis fraß sich auch über den Mittelgang der Kirche, fraß sich den Altar und die Säulen hoch. In der Kirche wurde es schlagartig klirrend kalt. Eisnebel kroch durch die Bankreihen.

    Die Menschen bekamen es mit der Angst zu tun.


    Ich linste zu Snape. Hast du so was auch drauf?

    Ich, ein Vorteilsgräber? „Das hat dich auch nicht gestört, als ich noch für dich die Vorteile rausgehauen habe.“ Als ob du nicht von meiner skrupellosen Art profitiert hättest. „Du bist nur beleidigt, weil ich mich nicht mehr von dir ausnutzen lasse.“


    Ah, darum die Schirmherrschaft der Todesser für ihre Machenschaften. Ich deutete eine herausfordernde Verbeugung an - gut, lass uns sehen, wie unsere Mächte harmonieren.

    „Privilegien, Ressourcen, hohe Ämter. Wenn ich durch die Nokturngasse spaziere, weiß jeder um meine Stellung und selbst die schäbigsten Straßendiebe eilen, um mir den roten Teppich auszurollen“, verging ich mich in meiner malerischen Schilderung. Als Person allein war man ein Niemand, aber eine mächtige Organisation im Rücken war man der Herrscher der Welt.


    Severus sah nicht gut aus. Wenn er schon auf meinen Kommentar nicht zurückschoss, wurde ich hellhörig. Gut, wenn es dir wirklich nicht gut geht, dann eben Waffenstillstand. Also trat ich friedlich näher und wartete gespannt auf das Kommende.

    „Hoffentlich geht es gleich los. Die Magie kribbelt mir schon in den Fingern.“

    Spannend, spannend...

    Ich kam aber nicht dazu, diesen Gedankengang weiterzuverfolgen, denn kurz darauf zählte nur noch Draco.

    Du hast Recht behalten. Draco ist zu mir zurückgekommen. Ich nickte Severus noch kurz dankbar zu, als dieser die Wohnung verließ, und dann war ich ganz für meinen Sohn da. Gab nun die Stärke und den Rückhalt, den Severus mir gegeben hatte, an meinen Sohn weiter und zeigte ihm, dass er sich in dieser schweren Zeit auf mich verlassen konnte und dass ich bedingungslos für ihn da war.

    Seine gestrige Kurzschlussreaktion tat Draco schon wieder leid, er hasste mich nicht und hatte mich nie gehasst.

    Wir sprachen uns aus, redeten so viel miteinander wie wahrscheinlich noch nie zuvor. Und wie Narcissa und auch Severus vorausgesehen hatten, machte ich meine Sache als Vater gar nicht schlecht.


    Wir waren nun auf uns allein gestellt, drei schwierige Männer. Aber wir machten uns gut. Es ging aufwärts, anders als geplant, doch es war ein gutes Leben, das wir haben würden.

    Ich habe den besten Freund, den man sich nur wünschen kann.


    [verlassen]

    Die Seherin ließ ein beunruhigendes Grinsen sehen. Na toll, noch so eine wie Snape. Für ihr persönliches Weiterkommen in ihrem Fachgebiet würde sie wohl alles tun.

    „Na siehst du, ihr beiden habt offenbar viel gemeinsam.“ Da siehst du mal, wie das ist!

    Nun ja, sollte sie eben nach getaner Arbeit ihre Trophäe von Fletcher bekommen, das war mir egal. Solange ich auch auf meine Kosten kam.

    Leute wie ich? Was soll denn das jetzt heißen? „Als ob du so edelmütig wärst.“ Fass dich mal an die eigene Nase!


    Severus ignorierte mich einfach. Ignorierte mich! Mal um Mal ließ er meine Provokationen ins Leere laufen. Kannst du nicht einmal wütend werden und mir zeigen, dass du noch an früher denkst? Wann bist du so kalt geworden? Dabei hatte ich nie wieder einen Freund gefunden, mit dem ich so gern zusammen war wie mit Snape. Jetzt bin ich dir nicht mal den Streit noch wert...


    Und jetzt spielte er auch noch beleidigte Leberwurst. Hörte sich nicht danach an, als würde er zurückkommen. ...Pff, dann geh doch!


    Eine hübsche Tiermetapher, hmm... „Sie wollen die unbegrenzten Möglichkeiten, die das Leben als Todesser bietet.“ Ich schmunzelte, das konnte ich nachvollziehen. Auch ich war ein Freund der ,verbotenen' Magie. Aber wer sich stets an die Gesetze und Moral hielt, konnte nie sein volles magisches Potential ausschöpfen. Und dieses Potential schien gerade bei Trelawney sehr groß zu sein... zu groß, als dass ein Leben als unscheinbare Maus erstrebenswert wäre. „Dann lassen Sie uns herausfinden, was bei einer Bündelung unserer Kräfte so alles möglich ist.“ Ich war zu allem bereit.


    „Die Macht“, kam es ohne zu zögern arrogant über meine Lippen und mein Umhang flatterte im rauen Wind, der vom Meer kam. Macht... dann würde Snape und auch jeder andere mich niemals mehr links liegen lassen können. Bewunderer und Neider würden sich um mich sammeln, niemals mehr wäre ich allein. Und diese Leere in mir endlich aufgefüllt.


    Snape kam appariert. „Da bist du ja endlich“, grummelte ich und es klang überraschend wenig feindselig. Auch wenn ich es nicht zugeben würde, ich hatte wirklich befürchtet, er würde nicht wiederkommen.

    Severus schob mal wieder eine seiner Paranoias. „Ach komm schon, du siehst auch hinter jeder Ecke Gespenster und Verräter. Musst du ständig alle Leute vergraulen?“ Als ob das nicht auffallen würde, wenn diese Seherin uns auf eine falsche Fährte lockte.


    Was ich tun wollte? „Da lass mich mal scharf nachdenken...“ Ich grinste gehässig. Vergiss nicht, wie gut ich dich kenne.

    Das Schlimmste war, ich hatte Snape einst wirklich gemocht. Bis er mich damit gedemütigt hatte, schlauer zu sein als ich. Nur weil du dieses Zaubertränketalent hast, glaubst du, du könntest dir alles erlauben. Seinen angeblich so narrensicheren Trank hatte er an mir ausprobiert - und mich damit fast umgebracht. Ihn hatte nur seine verdammte Wissenschaft interessiert, aber was ich in diesen Stunden durchgemacht hatte... Bestimmt hast du dich heimlich über mich lustig gemacht, weil ich nicht an dein Brautalent herankam. Vonwegen Freunde und meine Gesellschaft beim Brauen - für dich war ich doch nur ein gutes Versuchskaninchen.

    Und jetzt war er schon wieder besser als ich - der Liebling des Lords. Unersetzlich. Und hatte keine fettigen Haare mehr. Ich könnte kotzen.


    “Als ob wir Ratschläge von dir nötig hätten!“ Ich bin immer bedeckt! Ich bin hier der Profi! Wutschnaubend apparierte ich.

    Da Trelawney angekündigt hatte, erst noch aufzuräumen, nutzte ich die Zeit, um diese Kirche einmal zu umrunden und entdeckte dabei auch ein Denkmal und Gräber. Diese okkulten Stätten hatten etwas an sich. Man spürte förmlich eine urtümliche Magie durch dieses Fleckchen Erde fließen, auch wenn man nicht gerade derart spirituell begabt war wie Trelawney.


    Trelawney... eine sonderbare Magierin, die eindeutig über Spezialkräfte verfügte. Wenn ich es schaffen würde, mich mit ihr anzufreunden, sie auf meine Seite zu ziehen, könnten ihre Kräfte mir sehr nützlich dabei sein, Snape zu übertrumpfen und ihn als Liebling des Lords abzulösen. Ihn endlich von seinem hohen Ross runterzuholen. Hmm...


    „Warum wollen Sie sich dem Dunklen Lord anschließen?“, kam meine Frage aus dem Nichts, als die Seherin auch endlich mal auftauchte, und ich betrachtete sie prüfend. Solche Magierinnen wie du sind normalerweise eher Einzelkämpfer, Freigeister, die sich nicht unterordnen... also warum?

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